Veränderung – Eintrag #3

Zeit und wie es das Leben und Personen verändern kann


Jeder von uns blickt manchmal zurück auf sein Leben und wie es sich verändert hat. Man kann vieles aus der Vergangenheit lernen und dies für die Zukunft anwenden, und sich ebenfalls so ein Bild von einer möglichen Zukunft erstellen.

Ich möchte in diesem Eintrag über meine Erfahrung mit dem vergehen von Zeit sprechen und wie sich scheinbar alles um mich herum verändert und altert, außer ich.


(Dieser Eintrag schließt sich thematisch dem Thema von Eintrag #2 an. Ich empfehle deswegen den vorherigen Eintrag gelesen zu haben, so das worüber ich hier rede an manchen Stellen mehr Sinn macht.)


Manchmal, wenn ich mit meinen Gedanken alleine bin, kommt mir oft dieses Gefühl von Zeit hervor. Nicht unbedingt Nostalgie, sondern eher eine Art Angst in mir.

Diese Angst, dass ich schon diesen großen Teil meines Lebens verschwendet habe. Besonders meine Jugend habe ich teilweise verschwendet mit all dem, was ich in Eintrag #2 behandelt habe.
Ich habe bis jetzt nichts erreicht. Nicht das ich das will, nur habe ich nichts zu zeigen was mich ausmacht.

Als ich jünger war habe ich gedacht das ich schon viel mehr wäre, besonders nach so vielen Jahren, als ich jetzt bin.

Und ich schaue gerne zurück wo ich Falsch abgebogen bin, um gelandet zu sein wo ich jetzt bin. Und ich komme immerwieder auf eine Sache zurück, eine zentrale Frage die dieses Gefühl gut beschreibt.

Wo ist all die Zeit hin?

Das wirkt erstmal wie eine dumme Frage von mir. Ich meine, ich habe ja jeden einzelnen Tag erlebt der zu dem heutigen geführt hat.

Wenn ich aber darüber nachdenke jeden Tag gelebt zu haben, wirken viele so sinnlos. Als würde ich einfach einen Zug fahren und den Schienen folgen. Nur kann ich den Zug nicht anhalten um mir mal die Beine zu vertreten oder die Blumen anzuschauen.

Und dieser Zug fährt so schnell, dass ich mich nie irgendwo festhalten kann. Ich kann nie erleben was bei jedem Ort wirklich passiert zu dem ich fahre. Ich habe das Gefühl, dass alle durch Grüne Wiesen laufen und sich die Gegend anschauen, während ich dann danneben mit meinen vielzuschnellen Zug vorbeirase,

Alles um mich herum wirkt verschwommen, als könnte ich mich nie wirklich fokusieren auf was passiert. Und jedesmal wenn ich versuche nach vorne zuschauen, dass einzige was durch die Geschwindigkeit nicht verschwommen aussieht, sehe ich nur meinen immer näher kommenden Tod der mich mit offenden Armen annimmt.

Um von meiner Metapher wieder zur Realität zurückzukehren, was ich ausdrücken will ist, dass ich den Zug nicht stoppen kann. Ich kann die Zeit nicht pausieren oder verlangsamen. Es liegt außerhalb meiner Kraft dies zu bestimmen, es ist eine Sache die ich nicht ändern kann. Nur geht mir die Zeit zu schnell davon und ich kann sie nicht zurückziehen um die Dinge anders zu machen.

Ich bin in dieser Instanz machtlos.

Und das ist diese Angst von der ich rede. Meine Zeit zu verschwenden, da ich den Zug nicht stoppen kann. Das mir die Zeit fehlt mich als Person zu entwickeln, herrauszufinden wer ich bin bevor es zu spät ist.


Man lernt oft neue Leute kennen und vergisst alte. Man trifft neue Freunde und redet nicht mehr mit anderen. So läuft das Leben, besonders in diesen noch jungen Jahren wo sich oft vieles ändert.
(Im vergleich zu später im Leben wo viele 30 Jahre lang den gleichen Job mit den gleichen Leuten tätigen und so nicht oft neue Leute kennenlernen)

So passiert es oft das man sich fragt, wann man eigentlich aufgehört hat mit manchen Personen zu sprechen. Es kann ja nicht allzu lange her sein, oder?

Wenn man sich dann entscheidet wieder Kontakt aufnehmen zu wollen, oder sich zumindest wieder an einen alten Freund erinnert, merkt man wie sehr sich viele Personen verändert haben. Und das in einem Zeitraum der sich doch garnicht so lange angefühlt hat.

Man lebt sich oft auseinander, wie ich aus der ganzen Erfahrung, die ich in Eintrag #2 beschrieben habe gelernt hab.
Es gibt viele Personen die ich mal sehr gute Freunde nennen konnte, jedoch jetzt wie Fremde wirken. Einfach weil sie sich scheinbar so verändert haben.

In den meisten Fällen versuche ich dann aber auch nicht herrauszufinden ob meine These stimmt. Im inneren bleiben viele Personen vermutlich auch gleich. Nur finde ich es trotzdem interessant, wie sich manche Leute heute präsentieren im Vergleich zu früher.

Wie ich mich verändert habe

Wenn ich so genau auf andere achte, komme ich wieder zu mir zurück. Wie habe ich mich denn verändert? Und dann merke ich wie ich immernoch der gleiche bin, der ich vor 4 Jahren war.

Ich bin jetzt 16 Jahre alt. Ich darf legal Alkohol drinken und bin in weniger als 2 Jahren offiziel Erwachsen.
Ich habe schon fast 10 Jahre an Schulzeit hinter mir, jedoch wirken die ersten Schuljahre noch so nahe als ob fast keine Zeit vergangen ist.

Meine Frage ist nun aber, ob ich mich auch anders als früher präsentiere. Ob ich vielleicht auch wie ein anderer Mensch wirke im Vergleich zu früher, ich aber von innen noch der gleiche bin.

Ich mein, ich sehe vermutlich äußerlich anders aus. Ich habe kürzere Haare, trage andere Klamotten, meine Stimme klingt vielleicht anders… Ich habe zudem auch relativ viele neue Hobbys… Und verhalten tue ich mich auch etwas anders…

Ist das aber genug um mich als eine andere Person durchgehen zu lassen?


Beim schreiben bin ich zu einem sehr essenziellen Entschluss gekommen.

Ich bin nicht der einzige auf einem Zug und jeder andere läuft auch nicht auf einer Wiese. Ich bin vielleicht überhaupt nicht auf meinem eigenden Zug.

Die Zeit vergeht extrem schnell und meine Kindheit ist vorbei, auch wenn ich mir sie wieder zurückwünsche. Aber rückblickend fehlt mir nichts. Ich habe alles wichtige erlebt was eine gute Kindheit ausmachen sollte. Auch wenn mir viele Momente als „wie erst gestern“ vorkommen, ist das vielleicht nur, weil genau diese Momente rausstechen.

Es sind die wichtigsten Momente die herausstechen, die im Kopf ausgeprägt bleiben. Momente die mich zu dem machen der ich heute bin.

Wahrscheinlich fühlen sich viele so, auch wenn sie nicht aktiv darüber nachdenken. Das die Zeit doch so schnell vergeht und das sich andere so viel verändern.

Es fühlt sich geradezu warm an zu wissen, dass es jeden anderen da draußen wahrscheinlich gleich geht. Das ich mein Leben vielleicht doch nicht Verschwende.

Das wir alle zusammen auf dem gleichen Zug sind.

Zukunft

Wie in Eintrag #2 erwähnt glaube ich an eine hellere Zunkunft. Diese Realisation meinerseits, dass ich doch nicht zu schnell durchs Leben gehe, gibt mir mehr Hoffnung als je zuvor.

Alles, was ich schon erlebt habe, hat zu dem geführt was ich jetzt tue, und zwar darüber zu schreiben. Also werde ich einfach weiter positive Erfahrungen sammeln und meine Sammlung an Momenten erweitern! Umso mehr Sachen in meinen Kopf sind, umso mehr interessante Dinge habe ich in diesen Einträgen zu sagen.

Vielleicht ist nicht alles was ich tue „effizient“. Nicht alles was ich tue bringt mich weiter. Diesen Blog Eintrag zu schreiben ist zum Beispiel nicht das „effizienteste“ was ich tuen könnte. Aber vielleicht, ganz vielleicht, ist das eigentlich völlig egal.


Ich werde von nun mehr im jetzt sein. Mehr realisieren wer ich gerade bin und was meine aktuellen Ziele sind. So das ich nicht immer nach hinten gezogen werde, wie von Gedanken aus diesem und den letzen Einträgen.

So das ich nicht immer in die Vergangenheit blicke, sondern im jetzt Lebe und mir das bewusst bin.

Meine Zeit ist nicht unendlich, das soll sie auch bitte nicht sein. Man kann ja aber das Beste aus seinem zu kurzen, nein, genau richtig langem Leben machen.


Entschuldigung das dieser Eintrag wieder etwas gedauert hat. Ich hatte eine kleine Schreibblockade und ich konnte mich nicht wirklich auf ein Thema festlegen.

Dafür habe ich jetzt schon viele Ideen für zukünftige Einträge! Yay!

Der nächste Eintrag kommt bald schon raus (in etwas mehr als einer Woche) und er wird etwas mehr „leichtsinnig“. Ich schreibe hier immer (oder zumindest seit den letzen 2 Einträgen…) komplizierte, sehr tiefgehende Dinge, ein bisschen Spaß muss auch mal sein.

Was zukünftige Einträge angeht würde ich gerne einen Beitrag über Sinn und Identität in dieser großen Welt erstellen, sowie einen über Freien Willen und welche Rolle er spielt. Das Thema vom nächsten Eintrag will ich jedoch nicht spoilern .u.

Ich hoffe ich kann ihn dann so gestalten, dass mal ein bisschen mehr „dean“ zum Licht kommt.

Bis bald :3



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