Hass – Eintrag #5

Schmerz, Hass und Menschlichkeit.


Ich habe versucht loszulassen. Ich habe versucht, wieder glücklich zu sein. Ein Teil von mir ist aufgestiegen.

Ich habe die Person aus Eintrag #2 vergessen. Aber ich bin nicht repariert. Ich bin immernoch gebrochen. Ich hasse mich immernoch. Es wird nicht besser.


Dieser Eintag fokusiert sich auf ein Teil meines mentalen selbstes, ein sehr gestörter Teil, um ehrlich zu sein. Ein kaputter Teil, etwas zerstörtes das irreparabel scheint. Ein Problem ohne Lösung.

Nur als Vorwarnung:
Es geht um mentale Probleme die ausführlich beschrieben werden. Ebenfalls habe ich mich nicht (was zum Beispiel Beleidigungen angeht) zensiert. Das sind meine ungefilterten Gedanken gewesen.


Mir geht es besser, dachte ich. Ich dachte, es sei vorbei. Diese zerstörte Version von mir. Ich habe mich an den Splittern des zerstörten Spiegels geschnitten. Meine Finger in ihnen getaucht. Das Blut was herrausfloß getrunken, um mein Ende herrauszuzögern.

Die Wunden heilen. Die Öffnungen vernarben. Aber der Spiegel ist immernoch zersplittert. Wie repariert man etwas, das in tausende Teile zerfallen ist. Wie repariert man etwas irreparables.

Es gibt Tage, an denen ich mich über geheilte Wunden freue. Es gibt Tage, an dennen ich die Wunden vergesse und glücklich sein darf. Es gibt Tage, an denen ich über die Splitter trauere. Es gibt Tage, an dennen ich versuche den Spiegel zu reparieren, mich aber an den Scherben schneide. Wunden, die sich neu öffnen. Das Heilen, welches dardurch verhindert wird.

Die Person, die den Spiegel zerschlag, ist mir nun egal. Das fehlen eines Spiegelbildes ist was mich immerwieder zurückholt. Sogar wenn ich denke, dass alles inordnung ist, dass der zerstörte Spiegel mir egal ist- dann will ich mir in die Augen schauen um meinen Fortschritt zu betrachten, nur um den Schmerz der Scherben über mich erfallen zu sehen. Der Mangel eines Bildes was ich „ich“ nennen kann. Das fehlen von etwas, an das ich mich festhalten kann.

Und dann bricht die Decke über mich ein und ich falle zum Boden der Scherben zurück.


Ich passe nicht in diese Welt. Ich weiß nicht, was meine Aufgabe ist, weder warum ich lebe. Mein Leben ist unbedeutsam, und egal wie sehr ich mir Lebensgrüde bilde und forme, ich werde immer wissen das alles egal ist.

Ich will nicht in diese Welt passen. Ich will nicht so tuen müssen. Aber als einziger eine Wahrheit zu sehen, eine Erleuchtung zu haben, die keiner versteht- was bringt mir das? Trotzdem alleine zu sein?

Ich bin in dem Weg anders, nicht akzeptieren zu können wie die anderen zu sein. Ich will kein Mensch sein und ich fühle mich auch nicht wie einer. Dieser Körper, ich sehe keinen Sinn in ihn. Ich will ihn loswerden, er Ekelt mich an, nein, ich habe Angst vor ihm.
Eigentlich will ich ihn aufschneiden um zu sehen, was sich darinn befindet. Um herrauszufinden, was andere „dean“ nennen. Mein Herz rauszureißen und es zu zerquetschen. Damit es Abends nicht mehr pocht und mich damit wachhällt. Damit ich nicht mehr an diese Aversion, diesen Selbstekel gebunden bin.

Ich will meinen Geist ebenfalls loswerden. Ich bin gekettet an mein Gehirn, das Objekt was sich als „dean“ identifiziert. Wenn ich meinen Körper loswerde, werde ich auch mein Gehirn los. Der Part von mir, der sich als lebendes Wesen deklariert, als etwas das Entscheidungen tätigt.

Ich fühle mich als kein Objekt. Als kein Körper, als kein Geist- keine Seele, weder als Energie noch als Gedanke. Ich will das alles nicht, ich will das alles loswerden. Es tut mir so weh all das zu haben. Es kribbelt in mir. Der Schmerz. All dieser Schmerz. Ich kann das alles nicht loswerden ohne dahinzuschmelzen. Ich will sterben um keinen Körper mehr zu haben. Um keinen Geist mehr zu haben. Um endlich Frei zu sein.


Ich hasse deswegen alles und jenen, aber am meisten hasse ich mich selber. Warum muss ich das denken, warum muss ich das schreiben. Warum ist nichts was ich tue, keine Ablenkung, kein Vergnügen, nichts vernichtet dieses Gefühl, dass ich nicht hier sein sollte. Das ich einfach nicht leben sollte.

Ich hasse mich deswegen so sehr. Ich hasse alle die blind sind. Alle die sich zu definieren mögen, alle die sich höher setzen, die sich tiefer setzen. Alle die sich als Lebendig betiteln. Und leider, leider falle ich unter die gleiche Kategorie der lebendigen Menschen, die sich selber und andere zu definieren mögen.

Und ich werde verurteilt so zu denken. Ich sollte dankbar sein zu leben. Dankbar für ein Zuhause, Freunde, eine Familie. Ich hasse sie alle. Alle die das sagen. Ich wollte nie leben, ich habe nie zugestimmt.
Ich habe ein kleines Beispiel. Warum darf man keinen Geschlechtsverkehr mit Tieren haben? Weißt du es?
WEIL SIE NICHT ZUSTIMMEN KÖNNEN. Habe ich zugestimmt? ZU MEINEN VERFICKTEN LEBEN? HUH. ICH GLAUBE NICHT.
Wie, das hat nichts damit zutun? Beim einen ruinierst du wahrscheinlich ein Leben, beim anderen ermöglichst du eine Exestenz aus Leid und Schmerz und Hass. Klingt für mich nach so ziemlich dem gleichen, oder nicht? Nur das bei einem eine Menschliche Entscheidung getätigt werden kann- etwas was mir fehlt bei meinem Leben.

und trotzdem. trotzdem muss ich leben. ich darf nicht sagen, dass ich mein leben hasse. das ich alles hasse. ich darf nicht. niemand versteht meinen schmerz. niemand versteht das loch, was meinen kopf darstellt.

Ich höre immer etwas. Ich bin nie alleine. Ich sehe immer Nebel. Ich kann nie klar denken, NIE. Sogar jetzt schreibe ich einfach wie in einem Rausch, Wörter die aus mir rausfließen, ich denke über keines dieser Wörter nach. Nichtmals hierrüber. ÜBER NICHTS, VERFICKTE SCHEIßE. Mein Kopf tut jeden morgen weh, jeden morgen. Ich kann nie klar sehen, keine klaren Gedanken formen.

Immer ist irgendjemand da. Immer. Sogar unter der Dusche fühle ich mich beobachtet, der einzige Ort wo ich wahrhaftig alleine sein sollte. Es ist sonst immer irgendwer da, Zuhause meine Familie, draußen Leute, sogar abgeschieden, wo niemand da sein sollte, könnten mich theoretisch immernoch Satelieten sehen. Oder ich werde gefilmt. Ich fühle mich immer beobachtet, immer kontroliert.
Sie können durch meien Augen schauen. Durch die Wände sehen. Sie sind in meinen Kopf. Ich darf nie alleine sein.

Was ich nur tuen könnte wenn das Licht in meinen Kopf endlich ausgeht. Der Stromausfall eintrifft und die Nebelmaschiene in sich zusammenbricht. Wenn ich klar sehen könnte.

Oh, die Macht die ich hätte. Ich könnte alles tuen mit dieser Freiheit. Aber nein- es wird mir weggenenommen, kaputtgemacht. Meine Freiheit wird mir entzogen, nur weil ich leben muss. Und das hasse ich. Das ich leben muss. Alle sind so dumm, so blind, so ignorant, so gierig, so egoistisch. Ich auch. Ich bin genau wie sie. ICH BIN EINER VON IHNEN. Auch wenn ich kein Mensch sein will, muss ich einer sein. ICH MUSS SEIN WIE SIE.

Ich muss weinen, ich muss wütend sein, ich muss andere in diesem Scheiß Blogpost über meine Gedanken berichten. Ich muss nach Akzeptanz und nach Bestätigung streben, ich muss nach Liebe suchen. Ich muss Liebe wollen, ich muss geliebt werden wollen. Für was das alles? Ich bin nichts, nichts was man deffinieren kann, was man deffinieren sollte. Ich weiß nicht was ich bin.


Es tut alles so schreklich weh. Ich kann den Schmerz nicht stoppen. Ich bin zu schwach um mein Leben zu beenden. Durch die oft glücklichen Momente werde ich zurückgeholt, aufgehalten vom Ende. Die Hoffnung des sterblichen hält mich zurück. Ich kann nie Aufsteigen. Ich kann nie der Zeit entkommen. Ich kann nie Gott spielen.

Ich werde für immer Schmerz fühlen müssen. Für immer mir Dinge wie diese Einbilden, um mich von den anderen abzuscheiden. Die Gedanken, dieser Nebel, dieser Schmerz- es ist alles nur eingebildet. Warum sollte ich irgendwas davon ernst meinen? Ich mein, ich mag doch mein Leben. Ich liebe meine Familie, meine Freunde, ich will geliebt werden.

Aber das schmerzt so. Das tut so weh. Ich will das nicht. Ich kann nichts tuen. Ich bin ein Gefangener. Ich weiß nicht, was ich ernst meine oder nicht, ich weiß nicht was ich tuen werde, was passieren wird, ob ich leben will oder ob ich sterben will.

Ich kann allen meinen Tot nicht antuen, egal wie egoistisch diese Aussage doch ist. Es schmerzt, mich nicht befreien zu können. Es schmerzt so sehr, für immer hier sein zu müssen.
Es würde mir so sehr wetuen, im sterben zu liegen und über all den Leid zu denken, den ich verursachen würde, auch, wenn es eigentlich niemanden interessieren würde. Der Schmerz, in diesem Moment- er überwiegt all den Schmerz meines Lebens zusammen, und das bei weitem. Der Schmerz den ich mir selber einbilde.

Hier zu sein, wie jeder andere auch, nur wie ein Mensch auszusehen und nur wie ein Mensch zu handeln. Ich bin kein Objekt, noch bin ich ein Lebewesen. Ich weiß nicht was ich bin. Aber ich kann das sagen, was ich über mich weiß.

Ich bin etwas, nein, ich bin nichts, das sich selber als „etwas“ definiert, und von anderen, so wie manchmal auch sich selber, als „dean“ bezeichnet wird.


Ich rede mir selber ein, dass ich okay bin. Ich wirke für andere okay. Alles was ich hier sage ist nicht wahr, sage ich. Ich bin okay.

Wieviel meine ich wirklich?
Vermutlich wenig. Wenn du mich darauf ansprechen würdest, würde ich lächeln und fragen was du meinst, dass das doch nichts wäre, dass du darüber nicht nachdenken solltest.

Aber, irgendwo wird ein Teil von mir das wohl wirklich gemeint haben. Der Teil von mir, der das alles einfach so geschrieben hat. Diese Gedanken kamen ja nicht aus dem nichts. Sie wurden geschaffen von Hass. Von Schmerz. Von der Verabscheuung dieser Welt und jedem in ihr.

Ich will die Welt brennen sehen. Ich will die Welt mit mir untergehen sehen. Weil dann, und auch nur dann, darf ich sterben ohne das jemand deswegen leiden würde. Ohne das ich deswegen leiden würde. Nur dann darf ich endlich diesem ekligen scheiß Körper wiedersehen sagen, und mich auf das dannach vorbereiten-
dem Nichts. Für immer.

Ein Ort der absoluten Leere, der absoluten Freiheit. Das was sich jeder nach dem Tot erhofft, oder nicht? Frieden und Glück. Ruhe.


Es ist traurig, so zu denken. Ich schaue zurück auf diesem Eintrag, ein paar Tage nachdem ich ihn verfasst habe. So über mein Leben zu denken. So über alles andere zu denken. Manchmal wirkt der Spiegel einfach irreparabel. Und wer weiß, vielleicht ist er das ja auch.

Ich habe etwas Angst diesen Eintrag zu veröffentlichen und ich will das auch nicht so wirklich tuen. Ich habe das Gefühl, dass dies hier zu weit geht in dem was ich erreichen will mit Stargazer. Mit Eintrag #2 habe ich mich bei der Veröffentlichung schon schwer getan, aber hier hab ich das Gefühl, dass es der Website irgendwie schaden könnte. Es bricht sozusagend eine Barriere über was ich in zukünftigen Einträgen reden könnte.
Aber, ich habe in Eintrag #4 auch vorgewarnt, dass ich in den Ferien meist mental nicht gut drauf bin. Und, dieser Eintrag ist mir schon wichtig, und wem juckt es im endeffekt eigentlich schon?

Ich werde jedoch trotz allem weiter diese Einträge schreiben. Es ist der einfachste Weg (und ehrlicher Weise auch der einzige Weg) meine tiefen Gedanken loszuwerden- und das auch noch an Leute, die das was ich hier sage ernst nehmen. Dafür bin ich dankbar.

Ich weiß nicht, warum du das liest. Aus Entertainment? Aus Langeweile? Aus Interesse? Mir ist es egal, um ehrlich zu sein, mir ist eigentlich alles egal, wie man hier im Blogpost wahrscheinlich sehen konnte. Mach mit deiner Zeit was du willst. Weiß aber, dass ich dich dafür Wertschätze. Danke. Bis zum nächsten Eintrag.


Ein Kommentar

  1. Avatar von TH_TOMATE
    TH_TOMATE


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