Wahrheit – Eintrag #8

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Ein neuer Blickwinkel, ein neuer Sinn, ein neues Ziel.


Manchmal tut das Leben weh, manchmal schmerzt es zu wissen, hier gefangen zu sein. Aber, was ist wenn man trotzdessen das positive sehen kann?

Es ist alles eine Sache der Einstellung, eine Sache des Blickwinkels – wenn du nur das Negative sehen willst, bleiben die schönen Momente im Schatten, verdrängt aus der Realität.

In diesem Eintrag möchte ich einmal Licht auf den Schatten werfen und der Wahrheit ins Auge blicken. Sehen, was ich zuvor versteckt hielt. Erfahren was es heißt zu leben.


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Obwohl ich mich oft schlecht fühle, gibts es, wie in Eintrag #6 auch erwähnt Momente, in dennen es mir sehr gut geht. Momente, in dennen ich mich nicht um meine unzähligen Probleme schere, sondern den Augenblick genießen darf.

Gerade jetzt ist solch ein Moment.
Eine Erfahrung oder ein Gefühl lässt sich doch am besten beschreiben, wenn man es in der Gegenwart erlebt, oder nicht?


Ich fühle mich gerade losgelöst von all den negativen Emotionen, ich fühle mich nichts anderes als Frei. Niemand an den ich denken muss, niemand für den ich etwas zu bedeuten habe.
Ich bin alleine und unbeobachtet und muss garnicht darüber nachdenken gesehen zu werden. Ich fühle mich einzigartig und besonders, so wie ich bin.

Mein Kopf ist klar und ich kann an die wunderbaren Momente in meinem Leben denken. An das was ich habe, meine Familie, meine Freunde. Das Glück das ich habe in so einer Position zu leben, in der ich mich befinde.

Es ist das Gefühl des Aufsteigens.

Wie kommt es dazu?

Dieses Gefühl kommt natürlich nicht aus dem nichts.
Ich sitze gerade an einem Freitag-Abend am Strand des Rheins, irgendwo zwischen Düsseldorf und Duisburg. Ich bin lange mit dem Fahrrad entlang des Rheins gerfahren um hier zu landen.

Wenig Schiffe fahren vorbei, der Weg den ich gefahren bin um zum Strand zu gelangen ist ein Trampelpfad den niemand begeht. Diesen Weg einen „Trampelpfad“ zu nennen wäre sogar übertrieben, es ist eher leicht platt getrampeltes Grass.

Etwas entfernt von hier ist ein kleiner Stadtteil wo jeder ein eigendes großes Haus besitzt. Auf der anderen Seite des Rheins, gegenüber von mir sitzt glaube ich wer. Das interessiert mich aber nicht sehr, es gibt mir eher Sicherheit zu wissen, nicht ganz alleine zu sein. Für den Notfall das was passieren würde, oder so.

Und so sitze ich hier neben meinem Fahrrad und Rucksack ein paar Meter vom Wasser entfernt und schreibe in einen Papier-Block. Die Sonne strahlt mich an, die Wellen in meinen Ohren.

Die Geräusche in meinen Kopf sind still und ich kann mich auf das wesentliche Konzentrieren.


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All das, was ich mir einrede, es stimmt alles nicht.
Also, das meiste schon, aber nicht so wie ich es darstelle.

Was du in Eintrag #5 lesen kannst ist die absolute Verkörperung meines Hasses. Hass über die Welt, über die Menschen, über mich selber. Manchmal kann ich mich auf nichts anderes konzentrieren als auf die Dinge, die ich nicht ändern kann.

Jetzt jedoch sehe ich die Wahrheit. Was ich mir hier eingeredet habe ist verzerrt und übertrieben. So wie ich es beschrieben habe, so kann ich nicht leben.


Meine vorherige Annahme, alles einfach als Sinnlos zu betiteln ist nämlich falsch. Aus einer rein neutralen Perspektive könnte man das vermutlich tun – ich bin aber alles andere als „neutral“.

Als was ich mich vorher deffiniert habe, ist ein nicht-Mensch. Jemand, der die Wahrheit sieht und sich über den Menschen setzt, da ich geistlich dazu in der Lage bin es in meinem Kopf zu tun.
Jedoch bin ich ein Mensch wie jeder andere auch.

Ich bin nicht neutral, da ich ein Mensch bin und menschliche Aspekte in mir trage. Aspekte, die man bei anderen genauso wiedererkennen kann, ob körperlich oder geistlich. Und so kann ich nicht alles als Sinnlos betiteln, da der Mensch an sich schon in manchen Dingen einen Sinn sieht, ohne das ich das bestimmen kann.

Und exakt diese Dinge kann ich nicht verneinen. Ich kann das menschliche nicht umgehen, ich kann es nicht ignorieren.

★ Wie sehr ein Mensch?

Obwohl ich mich als mehr als nur meinen menschlichen Körper ansehen mag, bin ich leider gebunden an diesen Körper. Wie in Eintrag #5 genannt sind das Ketten, die ich nicht lösen kann. Aber ich habe jetzt gelernt, mit diesen Ketten umzugehen. Das ich mich nicht verrückt treiben lassen darf, da ich es sowieso nicht ändern kann.

Zu akzeptieren ein Mensch sein zu müssen, hat mir die Türen geöffnet andere Blickwinkel zu sehen.


Was ich wirklich will ist mit Leuten zu sein, die mich akzeptieren und mögen wie ich bin. Ich weiß, meine Persönlichkeit ist vielleicht nicht für jeden was, aber scheinbar habe ich ja Freunde die mich mögen.

Ebenfalls sucht jeder Mensch Liebe, in welcher Form auch immer. So ich auch. Eine Menge darüber weiß ich leider aber nicht. Es ist so eigenartig, dass solch ein wichtiger Teil jedes menschlichen Lebens doch so individuell ist.

Meine vorherigen Erfahrungen mit Liebe habe ich in Eintrag #7 und Eintrag #2 ausführlich erklärt, aber zusammengefasst habe ich noch nicht wirklich gute Erfahrungen mit Liebe gemacht.

Eigentlich will ich einfach irgendeine Rolle spielen, also wichtig sein, für irgendjemanden oder irgendwas. Einfach jemanden etwas bedeuten.
Ich will nicht vergessen werden wenn ich sterbe. Vergessen werden, werden wir alle irgendwann – nur kommt es drauf an wann. Und ich will nicht einfach eines Tages sterben, und niemanden haben der an mich denken wird. Man kann es egoistisch nennen, aber es ist das einzige was ich wirklich will. Den Tod an sich habe ich akzeptiert. Davor habe ich keine Angst mehr.
Aber was danach mit dem Rest passiert macht mir Angst.


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Ich habe immer davon gehört, dass andere ihren Sinn als „Im Moment Leben“ definieren. Das man sich auf das jetzt konzentriert. Ich habe das nie so ganz verstanden. Wenn alles doch ein Ende hat, wo liegt dann überhaupt der Sinn in irgendwas?

Jetzt verstehe ich aber. Was einen Glücklich macht ist der wahre Sinn im Leben. Werte zu erfüllen. Immer darüber nachzudenken, wie Sinnlos sein Leben doch ist spricht direkt gegen das erfüllen von Werten.

Aus diesem Grund sagt man auch, dass die Reise das Ziel ist, und nicht wo man zum Schluss landet. Am Ende sterben wir alle. Wir alle kommen zum Schluss am gleichen Ort an, egal wie wir dort hingekommen sind. Deswegen ist alles, was zwischen Geburt und Tod passiert wichtig.

Ja, es macht keinen Sinn das man vor dem Leben nichts war und dannach nichts sein wird. Man könnte ja genau so gut dazwischen auch nichts sein.
Ich weiß nicht ganz, was ich gerade bin. Vermutlich Dean. Aber das ist, was die Reise so interessant macht. Herrauszufinden, wer man in diesem kurzen Zeitraum ist, bevor es irgendwann zu spät ist. Aber sogar wenn man es nicht herrausfindet, sogar dann war die Reise es ja Wert.
Es geht darum, diesen kleinen Zeitraum des Lebens zu nutzen und sich am Ende mit dem Zufrieden stellen kann, was passiert ist.

Wenn die Reise nicht das Ziel wäre, könntest du jetzt einfach schon zum Schluss kommen. Wenn du dein Leben jetzt beenden würdest, dann würdest du ja schon beim Ziel sein. Aber das tut fast keiner, da niemand zum Schluss will.
Hier ein Beispiel:
Wenn du ein wunderbares Buch liest oder ein grandioses Videospieles spielst, willst du ja auch nicht direkt zum Ende.
Das Ende eines Buches im vorraus zu lesen, kann dir die Motivation wegnehmen, den übrigen Teil zu lesen.
Bei einem Videospiel die Credits zu sehen bevor du einen großteil des Spiels gesehen hast, könnte dir den „Sinn“ wegnehmen, dir den Rest anzuschauen.

Und genau so ist das auch beim Leben. Möglichst viel zu sehen und zu erfahren, bevor du dich irgendwann bereit fühlst zum Schluss zu kommen und die Reise zu beenden. Das ist das Leben, das ist der wahre Sinn.

★ Konsequenzen und Einsamkeit

Nach etwas genauerem Nachdenken bin ich zu einem wichtigen Entschluss gekommen.

Ich war der Meinung, niemand anderen zu brauchen. Ich gegen die Welt, so hieß es. Dieser Gedanke ist durch Einsamkeit entstanden. Wann genau weiß ich nicht, vermutlich ist er aber irgendwann in den letzten paar Jahren entstanden.

Es ist leichter sich davon zu überzeugen niemand anderen zu brauchen, als wirklich jemand anderes zu finden. Jetzt trage ich die Konsequenzen dieser Entscheidung. Jedoch habe ich das Problem ja jetzt gelöst, oder nicht?


Umso mehr ich aber mit meiner neuen Philosophie lebe, umso mehr kommt die Einsamkeit zurück. Statt nur in manchen Momenten herraus zu kriechen, ist dieses Gefühl jetzt immer präsent. Das ich nicht genug bin. Das ich nicht hier hin gehöre. Das ein Teil von mir fehlt.

Ich habe das Gefühl, dass ich aufgrunddessen bitter geworden bin. Andere Glücklich mit anderen zu sehen, selber aber nicht Glücklich zu sein. Nicht nur wegen Neid, sondern auch aus Hass. Eine Welt die mir in den Rücken gestochen hat. Nein, ich selber der mir in den Rücken gestochen habe.

Wer ich wirklich bin bleibt für mich noch unentdeckt, ebenso wer ich sein will. Ich weiß aber jetzt, dass ich noch weiter sein werde und aktuell auch etwas bin. Und etwas darf auch Gefühle sein. Etwas darf auch einsam sein.

Diese Einsamkeit gehört genau so zu meiner Reise dazu, wie alles andere auch. Es ist ein weiterer Teil, der mich über Zeit zu dem macht, der ich sein werde. Ob das gut sein wird oder nicht weiß ich nicht. Zumindest werde ich wenigstens etwas anderes, etwas neues, als das was ich jetzt bin.


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Immer weiter die Menschlichkeit zu verneinen hätte mir auf dauer extrem geschadet. Warum leben wenn ich der einzige „nicht-Mensch“ bin.

Mein Leben wird fortfahren, und ich werde weiter daran teilnehmen. Egal wie es mir gerade im Moment geht, ich weiß das mein Leben (vermutlich) für noch eine lange Zeit fortfahren wird. Diese Zeit kann man ja wenigsten noch genießen.

Ich mache mir viel Stress, dass ich meine Zeit verschwende. Das mein Leben doch früher vorbei ist als ich denke. Vielleicht sollte ich einfach mal abwarten und schauen, was das Schicksal für mich bereithällt.


Aus den Erfahrungen von Eintrag #2 habe ich gelernt, dass warten eigentlich keine gute Option für irgendwas ist.
Daher kommt wahrscheinlich auch dieses „Verschwenden meiner Zeit“ (siehe Eintrag #3 für mehr Infos).
Ich habe einfach auf das Schicksal gewartet und erhalten habe ich nur Schmerz. Hier ist aber eine wichtige Unterscheidung zu beachten, die ich erst jetzt sehe:

Nichtstuen ist etwas anderes, als auf das Schicksal zu warten. Während ich warte, kann ich immernoch Frei handeln, etwas, dass ich in der Vergangenheit übersah. Es ist so simpel, es kam mir aber noch nie in den Kopf.
Statt mir immer Zeitdruck zu machen, kann ich einfach abwarten was passiert, aber noch aktiv an meinen Leben teilhaben. Ich kann entscheidungen treffen, veränderungen begehen. Ich muss nicht einfach dem vergehen der Zeit zuschauen. Ich kann mein Schicksal selber bestimmen.

Ich habe früher nicht auf mein Schicksal gewartet, ich habe mich selber angekettet und mich beschränkt: „Warum etwas jetzt tuen, wenn es nach Zeit von alleine in Erfüllung geht?“. Das Leben schenkt ein vieles, zu sagen das nichts im Leben gratis zur Verfügung steht ist meiner Meinung nach eine Philosophisch falsche Aussage, jedoch ist auch nicht alles umsonst.
Wenn manche Dinge hinzukommen sollen, reicht abwarten manchmal aus. Wenn sich etwas aber wirklich ändern soll, muss man oft selber Initiative zeigen um fortzufahren.

Kurzgesagt: Du kannst dein Schicksal beeinflussen, indem du es erst überhaupt ermöglichst durch aktive Veränderung.

Hier ein Beispiel: Wenn du neue Leute kennenlernen willst, kannst du einfach darauf warten bis du zufällig mit jemand neues redest. Wenn du aber jedoch immer nur Zuhause sitzt ist die Wahrscheinlichkeit natürlich viel geringer jemand neues zu treffen.
Du kannst also das Schicksal beeinflussen, indem du dein Leben in eine Richtung bewegst.


Die Einsamkeit wird verschwinden, in welcher Form auch immer. Rein logisch gesehn kann ich ja nicht für die nächsten 60 Jahre meines Lebens einsam und bitter sein. Sogar jetzt sehe ich ja schon Verbesserungen, und wenn es so weiter geht wird bald nichts mehr schlechtes übrig bleiben.

Manchmal braucht man etwas, eine Person oder ein Moment, ein Gedanke oder eine Information, die einen zeigt, was die wirkliche Wahrheit ist.
Das die eigenden Erfahrungen und Momente wichtig sind, Unterhaltungen mit anderen etwas bedeuten und man besonders ist, wie man ist.

Alles wird schon wieder inordnung werden.
Ich muss mich einfach vom Strom leiten lassen, getragen vom Wasser zu neuen Orten, aber dabei versuchen nicht unterzugehen, nicht zu ertrinken an meinen eigenden versagen nicht genug zu schwimmen.

Aber soweit ich mich überwasser halten kann, solange ich genug Energie habe werde ich weiter schwimmen. Und diesmal als Mensch.


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Das nachdenken über „Sinnlosigkeit“ oder darüber, was nach dem Tot kommt ist sinnlos. Oder zumindest sollte es niemals dein Leben konsumieren.
Ich finde zwar immernoch vieles Sinnlos, aber wenigstens habe ich jetzt einen Sinn gefunden: Vor meinem Tod noch zu leben und glücklich zu werden.

Wenn du dich jemals schlecht fühlst, erinnere dich daran, dass es meistens immer wieder besser wird. Das die Zukunft strahlt und du keinen anderen Weg hast, als direkt darauf zu zusteuern.

Im Leben gibt es Höhen und Tiefen, und genau das gehört zur Reise dazu. Das ist, was deine Reise, dein Ziel, individuell macht. Das ist, was dich besonders und einzigartig macht.


Dieser Strand hier ist echt Toll. Ich fahre jetzt den weiten Weg nach Hause und Dean aus der Zunkunft wird diesen Text von Papier auf die Website übertragen. Gerade ist ein ungefähr 12-Jähriger an mir vorbei gelaufen und ich glaube es saßen 2 Leute auf der anderen Rhein Seite. Dafür, dass ich hier seit einer Stunde sitze sind das echt wenig.


Ich hoffe dieser Eintrag war mal etwas anderes. Nicht alles wurde am Strand geschrieben, aber viele Ideen kamen davon.

Entschuldigung wenn der Eintrag ein bisschen durcheinander wirkt, ich musste oft vieles neu schreiben. Deshalb hat es auch ein bisschen gedauert bis ich endlich fertig wurde. Mit dem Endergebnis bin ich halbwegs zufrieden. Aber manchmal muss man auch einfach Dinge veröffentlichen, die nicht perfekt sind, damit man Zeit hat um besseres in der Zukunft zu kreieren.

Ich glaube das sollte es erstmal gewesen sein über diesen Bereich meiner selbst.
Ich habe nicht alles umfasst, aber ich bin so positiv wie noch nie. Statt einfach nur zu sagen das es mir endlich gut geht, kann ich das jetzt auch mit meinen Erkenntnissen beweisen.
Jedoch gibt es immernoch Dinge an die ich arbeiten muss. Wenigsten machts mein Leben interessanter!

Auf eine weitere, spannende Reise!

~ Dean



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