Aufsteigen – Eintrag #2

Die Vergangenheit hinter sich lassen und der Zukunft ins Auge schauen


Das wird ein schwerer Beitrag für mich zu schreiben. Nicht da ich mich mit dem schreiben selber schwer tue, oder mit dem formulieren von Absätzen, nein, es ist das Thema was ich hier behandeln will.

Normalerweise versuche ich nicht darüber zu sprechen, doch langsam habe ich das Gefühl, dass ich endlich aus dem Loch gekrochen bin, in dem ich war.

Ich habe es geschafft zu entkommen. Zu wachsen. Aufzusteigen.

Um von einer Raupe zu einem Schmetterling zu kommen muss man ja erstmal in seinen Kokon verweilen, bis man dann endlich aufwachen darf.


Es ist ziemlich schwer das zu vergessen, was einem zu dem macht der man heute ist. Egal wie sehr man es unterdrücken will. Besonders ich besitze nicht die Kraft das für immer zu tun.

Und manchmal kommt dann eine Seite von einem hervor, die man hätte lieber nicht zeigen sollen. Obwohl ich eher eine Energievolle, Extrovertiere Person bin, heißt das nicht das ich immer so bin oder so sein will.

An manchen Tagen kommt einfach das hervor, was man versucht zu verstecken.

Aber das ist der Falsche Weg, solch eine Situation zu behandeln. Das muss nämlich nicht so sein. Ich habe begonnen mit Leuten darüber zu reden und eine Menge zu reflektieren. Statt immer etwas zu verstecken, kann man auch einfach jeden davon erzählen. Und Hey! Dann gibts nichtsmehr zu verstecken! Dann kann ich derjenige sein der ich gerade sein will! Hellyeah!

Was meine ich überhaupt mit „Vergangenheit“?

Wie manche wissen war ich in eine gewisse Person verliebt. Soweit ich mich erinnere, habe ich mich erst in sie verliebt, nach dem wir schon aufgehört hatten viel miteinander zu reden. Das sollte Anfang der achten Klasse gewesen sein.

Aus meiner Perspektive mochten wir einander bestimmt zu einem gewissen Grad an einem Punkt. Jedoch haben wir uns wohl beide irgendwann entschieden nicht mehr miteinander zu reden.
Warum?
Ich glaube das wir innerhalb der Klasse auseinander gesetzt wurden, und ich damit keinen Kontakt mehr „erzungen“ bekommen habe. Und da das am Anfang der achten passiert ist, wo ich mich ebenfalls in sie verliebt hab, war ich davon überzeugt meine Gefühle zu verstecken.
(Vielleicht war das auch noch innerhalb der siebten zum ende hin, ich weiß es nichtmehr genau)

Ich weiß nicht warum ich meine Gefühle verstecken wollte. Wie man offentsichtlich sehen kann, hat es lange gedauert bis ich überhaupt irgendjemanden davon erzählt habe.


Ich habe dann irgendwann realisiert, dass die Gefühle nicht verschwanden. Dann war das nächste was ich tat, einfach abzuwarten was passieren würde. Und ich habe gewartet. Und gewartet. Und irgendwann habe ich angefangen zu warten, bis meine Liebe einfach verschwindet. Und ich habe weiter gewartet.

Solch ein Kreislauf hat dazu geführt, dass ich in dieses Loch gefallen bin.
Nichtnur habe ich die Schuld der Vernichtung dieser, auch wenn nur gut Freundschaftlichen Beziehung auf mich geschoben, sondern dieses Endlose warten hat mich davon abgehalten weiter zu gehen.
Abgehaltet neue Leute kennenzulernen. Neue Dinge auszuprobieren. Mich als Person weiter zu entwickeln.

Aber, dass muss man mir lassen, ich habe dieser Person eigentlich gesagt das ich sie Liebe. Sie ist einmal fast mit mir bis nach Hause gefahren, da sie wissen wollte in wem ich verliebt bin.
Ich habe ihr dann den Buchstaben genannt, mit dem ihr Name endete, und habe ihr auch gesagt das dies der Buchstabe war, mit dem der Name endete von der Person die ich liebte. Also, es war meiner Hinsicht nach eigentlich offentsichtlich was ich meinte und ausdrücken wollte. Besonders, weil ich mich davor sehr gedrückt hatte ihr zu beichten, wem ich liebte.

Sie schien mit der Antwort aber befriedigt. Nicht Glücklich oder unglücklich. Einfach Neutral. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie verstanden hatte, dass ich sie meinte.
Das war ebenfalls ein Grund, warum ich mich danach eingeschlossen habe und noch weiter versucht habe, dass niemanden zu erzählen. Ich habe einmal die Mut aufgenommen so etwas aus mir rauszuholen, nur um dann keine Reaktion zu kriegen. Es wäre nicht schlimm gewesen, hätte sie mich abgelehnt. Nur das diese Leere von der anderen Seite kam machte mir Angst.
Nicht so als hätte sie mir eine Reaktion geschuldet, aber sie hat wirklich einfach nur „okay“ gesagt und ist gegangen. Was soll ich damit anfangen?


Erst jetzt realisiere ich wirklich, das sie wohlmöglich fester überzeugung war, dass ich eine Auswahl an anderer Personen lieben könnte.

Und das fügt nur weiter zu diesem Stapel hinzu, alles auf mich zu schieben. Ich hätte es ihr ja einfach sagen können. Vielleicht hätte sie es dann verstanden. Vielleicht war alles nur ein dummes Misverständnis. Und das nur, weil ich Angst hatte es ihr direkt zu sagen.

Und naja. Danach ist nunmal fast nichtsmehr passiert. Ich sage fast, da es noch ein paar Erlebnise gab die darauf folgten, aber mit langen Zeitabständen zwischen einander. Diese haben alles nur noch viel komplizierter gemacht, und haben es schwerer gemacht sie zu „vergessen“.


Diese ganze Story ist rückblickend sehr tragisch. Ich glaube man kann zumindest versuchen zu verstehen warum ich mich so schlecht gefühlt habe.

Damit man mich nicht falsch versteht, was vielleicht aber so rüber kommen könnte, ich hasse sie nicht. Als Person finde ich ist sie ein wirklich guter Mensch. Sie ist einer der wenigen Menschen auf diesem Planeten mit den ich mich wirklich Perfekt verstanden habe. Einfach eine Person die mich akzeptiert genau so wie ich bin und wer ich sein will. Die meine Träume und Ziele wahrnimmt. Die verstehen kann, warum ich so bin wie ich bin.
Ich hasse aber den Teil von mir, der nicht loslassen will. Der immer wieder an mir nagt. Der mich von innen zerfrisst, wie ein Virus oder Krebs.


Ich will hier kurz eine ähnliche Situation beschreieben, die mein Freund ein Jahr davor durchgemacht hatte. Durch diese ähnlichen Situationen konnten wir gemeinsam gut darüber reden und ich konnte viel lernen.

Man konnte ihn seinen Herzschmerz sehr gut ansehen. Wenn ich zurückblicke ging es ihm wirklich nicht gut. Soweit ich mich erinnere, haben sich fast alle von uns (seine Freunde) irgendwann nicht mehr wirklich dafür „interessiert“. Er wurde einfach so. Das mussten wir akzeptieren. Die alte Version von ihm war weg.
Ich habe ihn zwar immer versucht aufzumuntern, mit meiner eher fröhlichen Persönlichkeit, jedoch hilf das nicht wirklich.


Es hat mich überrascht als ich ihn auf der Klassenfahrt auf meine Erfahrung ansprach, und er nichts davon wusste. Das ich soetwas ähnliches wie er durchgemacht hatte.
(Vielleicht nicht so schlimm, aber vergleichbar)

Ich hatte das wohl die Jahre immer verstecken können. Das hat mich etwas gestochen. Ob das niemand mir angesehn hatte? Ob jeder einfach dachte, dass ich so geworden bin? Genau wie wir das auch bei ihm dachten. Personen ändern sich. Manchmal nicht im guten.

Bevor die ganze Sache mit dem „Substanzen“ auf der Klassenfahrt passiert ist, war sozusagend der Tiefpunkt dieses Loches in dem ich gefallen war. Ich war mental komplett zerstört. Ich wusste nichtsmehr mit mir anzufangen, um ehrlich zu sein. Und ich glaube das hat man mir an einem Tag zum Ende hin auch angemerkt. Oder zumindest die, die dabei waren.
Das sollte am ersten oder zweiten Tag gewesen sein.

Doch das Gespräch mit ihm hat vieles besser gemacht. Und um auf andere Gedanken zu kommen, und um für den Rest der Klassenfahrt mehr „Dean“ zu sein, hat dann natürlich auch das Weed geholfen. Aber das ist ein Thema für einen anderen Eintrag.
Das „Gespräch“ was ich mit ihm hatte, hat soweit ich weiß für etwas unruhe zwischen unseren zwei unterschiedlichen Häusern gesorgt, da ich ihn ohne vorwarnung einfach „rausgezogen“ habe. Da will ich mich bei betroffenden entschuldigen, das war ziemlich egoistisch.

Wir haben dannach noch weiter unsere Situationen verglichen, als wir eines Abends (nach der Klassenfahr) für mehrere Stunden Federball zusammen gespielt hatten. Das war eine ziemlich schöne Erfahrung.

Lernen damit umzugehen


Und seit all dem geht es für mich nurnoch bergauf. Es ist viel arbeit, die man selber aufbringen muss, um aus so einen Loch rauszukommen.

Was ich gemacht habe, ist neue Hobbys zu finden. Dinge die ich mag und die meine Zukunft etwas aussichtsvoller machen. Etwas bevor dieser „Phase“ in der ich war, habe ich meine vorherigen Hobbys fallen gelassen. Das waren ein Theater-Kurs und mein Gitarren Untericht. Es hat mit keinen wirklichen Spaß mehr zubereitet, soweit ich mich erinnere.

Und während dieser „Phase“ hatte ich dann keine Energie mehr, um mir neue Hobbys zu suchen.

Aber jetzt mache ich verschiedene Dinge:
Ich war in einem Zeichen-Kurs, ich mache aktiv Sport, ich lerne Keyboard, ich lerne zudem noch aktiv besser in Kunst zu werden (die Bilder hier sind ein Teil davon), ich lese und ich habe diese Website!
Ich mache noch ein paar andere Dinge, aber malsehen ob das irgendwann nennenswert wird.
Eigentlich versuche ich möglichst zu vermeiden anderen zu sagen was ich gerne tue, aber ich sollte das vielleicht einfach irgendwann mal erwähnen. Gehört zu diesem Thema aus meinen Loch zu steigen und so.

Das ist eigentlich alles nur eine Ablenkung gewesen, aber es funktioniert! Ich fühle mich deutlich besser mit Dingen die ich in meinem Leben zutun hab. Wer hätte das nur gedacht, dass neue Dinge tuen einen als Mensch verändert und vorranbringen.


Nach 2 Jahren zahlt sich das Warten endlich aus. Mit anderen Personen reden und sich neue Hobbys suchen hilft wirklich bei solchen Mentalen Problemen! Du musst nur oft aus eigender Hand entscheiden dein Leben zu ändern. Nimm mich bitte als Beispiel, als was du NICHT tun solltest. Und das ist warten. Nichts tun macht es nie besser. Und was hast du zu verlieren!

Eine Niederlage ist immernoch besser als einfach garnichts, da man wenigstens daraus etwas lernen kann.

Und im besten Fall machst du nur Plus!


Trotz all dieser Verbesserung bleiben immernoch ein paar Sachen übrig, die ich noch fertigstellen muss, damit ich endlich „Entkommen“ kann.

Das meiste hängt einfach auch mit dem Anfang des Abiturs zusammen. Da gewisse Personen, die ich nicht mag, nicht mit ins Abi gehen werden, und sich ein Perfekter neuer Start anbietet, werde ich etwas warten müssen bevor ich endlich wahrhaftig Glücklich werden kann.

Zudem scheine ich immernoch nicht ganz diese Person und diese Situation aus meinen Kopf zu kriegen. Sonst würde ich ja nicht darüber schreiben. Ich würde gerne garnichtmehr über all das nachdenken müssen. Diese Last überhaupt nichtmehr auf meinen Schultern tragen müssen.

Das heißt aktuell auch, dass ich immernoch nicht in jemand neues verliebt bin, obwohl ich das eigentlich gerne wäre. Ein eigenartiges Gefühl um ehrlich zu sein. Liebe ist ja eigentlich ein gutes Gefühl, und das würde ich gerne wieder fühlen. Nur hat sich mein Herz wohl noch niemanden ausgesucht. Und wenn ich mich in jemand neues verliebe, kann ich mir sicher sein, dass ich endlich mit diesem Abschnitt meines Lebens abgeschlossen habe und weiter kann. Zusätzlich weiß ich ja jetzt auch wie man besser mit Liebe umgeht.

Ich habe dazu noch ein paar weitere kleine Probleme, die aber hier zu unwichtig wären zu nennen. Aber ich bin dran am arbeiten. Da sich hier die Situation auch verbessert, hilft es mit nur weiter Glücklich zu werden.


Da ich jetzt nicht mehr in dieser Höhle bin, kann ich langsam endlich das Sonnenlicht genießen. Es ist schön nichtmehr an diesen Ketten gebunden zu sein. In diesem Sinne endlich „Frei“ zu sein.

Ich weiß nicht was die Zunkunft für mich hält. Aber wenn es wie jetzt weiterläuft und nichts in den Weg kommt, scheint alles Perfekt zu laufen. Jedoch denke ich das oft. Und naja. Perfektion würde ich anders definieren.

Normalerweise bin ich sehr pessimistisch was eigentlich alles angeht. Mein Leben hat keinen Sinn und das weiß ich zu akzeptieren. Nach dem Tod wartet nichts auf mich. Und alles was ich tue ist nur eine Ablenkung von all diesem Leid auf dieser Welt und den Leid der mein Tod sein wird.
Und diese Kette werde ich nicht los.
Aber diese Ablenkung kann man ja wenigstens genießbar gestallten.

Worauf ich aber hinauswill ist, dass ich ziemlich Optimistisch bin was all meine anderen Ketten betrifft. Jetzt wo ich einen Schlüssel habe, wird es immer und immer leichter die anderen Schlüssel zu finden und die anderen Ketten zu lösen. Erst eine Hand, dann ein ganzer Arm, bald werde ich meinen ganzen Körper von den Ketten lösen!

Bald kann ich endlich zum Schmeterling werden und zu der Sonne fliegen. Bald ist es soweit. Ich kann es fühlen.

Abschließende Gedanken

Mein Tipp an alle die so verrückt waren um das zu lesen:
Kopf hoch! Egal wie tief du bist, es gibt immer einen Weg nach oben. Sprich mit anderen, finde neue Hobbys, reflektiere und denke darüber nach wie du dirselber helfen kannst. Wenn du keinen ausweg findest kannst du immer mich fragen! .u.

Nur musst du natürlich erstmal die Mut kriegen das zu tun, und das muss aus eigender Kraft passieren. Ich glaube an dich!


Und ich bitte um Entschuldigung an die zwei Leute die aktiv diese Einträge lesen. Ich habe gesagt das der nächste Eintrag persönlicher wird. Es fühlt sich gut an das endlich von der Seele zu haben. Beinfreiheit könnte man meinen, was auch immer das bedeutet.

Hab dich lieb <3


Ein Kommentar

  1. Avatar von TH_TOMATE
    TH_TOMATE

    Mir kamen tränen beim lesen dieses Beitrages, was mir noch nie beim lesen passiert ist.


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