Ich bin letztlich durch alte Tagebuch-Einträge von mir gegangen. Einträge, die von dem 4.6.2019 bis zum 29.9.2024 reichen.
Da ich wirklich viel interessantes über mich und meine Vergangenheit herrausfinden konnte, will ich ein bisschen dokumentieren was mich zu dem gemacht hat, der ich jetzt bin.
Als kleine Info, wenn ich in diesem Eintrag über „Einträge“ spreche, meine ich vermutlich meine Tagebuch-Einträge. Ein Tagebuch-Eintrag ist jeweils ein Tag an den ich was ins Tagebuch geschrieben habe. Also nicht mit Stargazer-Einträgen verwechseln!

★ Meine Tagebücher ★
Seit ungefähr eineinhalb Monaten schreibe ich in ein neues Heft Tagebuch. Warum? Ich habe viele Gedanken und das sehr oft. Und um all diese Gedanken und Gefühle irgendwo hin sotieren zu können, dokumentiere ich sie einfach in ein Heft.
So hat Dean aus der Zukunft auch was davon!
Jedenfalls bin ich also aus interesse durch mein altes Tagebuch gegangen (das Buch von dem Bild oben). Es hat mir meine Mutter früher gegeben. Nach einen Eintrag war das wohl, weil ich sie nach ein Schreib-Buch gefragt hatte. Vermutlich wollte ich Tagebuch schreiben, da viele, so auch ich, früher „Gregs Tagebuch“ gelesen haben.
Soweit ich mich erinnere war das irgendwo rund um die vierte Klasse sehr beliebt. Passt gut zu meinen ersten Eintrag am 4.6.2019.
Jetzt, nachdem ich das alles durchgelesen habe, kommen viele Erinnerungen hoch. Sogar zu Zeiten, wo ich wenig schrieb kann ich viel erfahren, nur durch einzelne Einträge.
Ich erinnere mich, vieles aus genau diesem Grund geschrieben zu haben. Das Dean aus der Zukunft das durchlesen kann, und sich ein Bild von einer vergangenen Zeit formen zu können.
Also, was habe ich nennenswertes erfahren?

★ Kind sein ★
Ein großteil des Tagebuchs spielt sich in der Grundschule ab, zum Teil auch in der 5ten Klasse.
Mein Leben war früher eher primitiv. Ich mein, ich war 9 Jahre alt, was kann man sagen. Aber, wie ich später noch erzählen werde, blieb das nicht allzu lange so.
Jedenfalls, ich beschrieb früher viel eine art OGS auf der ich früher war, also ein Ort wo man nach der Schule hingehen kann um betreut zu werden.
Ich war früher nicht direkt in der Schule nach der Schulzeit, vermutlich um Geld zu sparen. Den Namen der Einrichtung würde ich ungerne nennen, aber ich, sowie mein Bruder haben in der 8ten Klasse dort ein Praktikum gemacht.
Es gab dort regelmäßig verschiedene Angebote wie rausgehen, kreative Dinge, etwas mit den Tieren machen (es gab dort früher Meerschweinchen, Kaninchen und Hunde), usw. Betreut wurde hier bis 16 Uhr und es gab vielleicht rund 30 Kinder maximal. Dannach sind mein Bruder und ich nach Hause gelaufen, da unsere Wohnung sogut wie vor der Einrichtung stand.
In dieser Einrichtung hatte ich gut viele Freunde, ein paar die immer wieder in Tagebuch-Einträgen aufgetaucht sind. Leider habe ich nach der Grundschule den Kontakt zu allen außer zu 2 verloren:
Einer von ihnen ging mit mir auf die Weiterführende. Er ist bis heute in meiner Parallelklasse. Ob er ins Abitur geht weiß ich nicht und leider haben wir uns seit der Klassenaufteilung am Anfang der 9ten Klasse auseinander gelebt.
Mit dem anderen habe ich vermutlich irgendwann ziwschen der 5ten und 7ten abgeschlossen. Ihn habe ich in der 8ten in den Sommerferien bei einer Projektwoche wiedergetroffen, dort meinte er das mein Bruder und ich irgendwann einfach nicht mehr anriefen und nicht mehr drangingen, wenn er an unseren Festnetz klingelte.
Ich glaube das war einfach meine Schuld. Wir haben zwar kein Festnetz mehr, aber das war vermutlich weit danach.
Sonst berichtete ich viel von meinen Altagleben, also welche Fächer ich hatte, was es in der Beträung für Essen gab, und so weiter.
Ich war relativ oft draußen und hab gerne Erkundet. Halt Kindersachen, nichts nennenswertes.
Ein Thema kam jedoch öfters auf:

★ Liebe ★
Seit schon den ersten paar Einträgen hatte ich von einem Mädchen aus meiner früheren Grundschulklasse geredet. Es ist für mich eine sehr unangenehme Geschichte, deshalb rede ich normalerweise auch nicht allzu oft über meine Grundschulzeit.
Nicht weil ich als Kind eigenartig oder unangenehm war, sondern wie ich mit meiner ersten Beziehung umgegangen bin.
Mit dem Mädchen über das ich hier rede kam ich irgendwann in der Mitte der vierten Klasse zusammen, obwohl wir uns davor schon mochten. Ich glaube wir saßen irgendwann mal nebeneinander und so ist das dann entstanden.
Nach der vierten Klasse gab es leider wenig Einträge in meinem Tagebuch, an die Geschichte kann ich mich aber trotzdem gut erinnern.
Sie ging auf eine andere Gesamtschule als ich, so fehlte also der direkte Kontakt miteinander. Davor hatten wir schon den Kontakt miteinander verloren, da Corona diesen direkten Austausch immer weiter verhinderte.
Wie schon vorhin mit meinen Freundschaften erklärt war es mir früher scheinbar egal was mit meinen Beziehungen passieren würde. Ich wollte mich lieber auf das neue konzentrieren, als in der Vergangenheit zu bleiben. Mir war egal in welcher lage sich diese Vergangenheit befindet.
Die Mutter dieses Mädchens hatte schwer Krebs. Ich war einmal bei ihr als ihre Mutter nicht im Krankenhaus war, und sie hatte aufgrund der Chemotherapie keine Haare.
Vermutlich war mir nicht ganz klar was das bedeutete, erst diese ganzen Jahre später realisiere ich, in was für einer Lage sie sich befand.
Irgendwann in der 7ten oder 8ten erzählte mir der ebengennante Freund (der, der mit mir auf die weiterführende gegangen ist), dass ihre Mutter an Krebs verstorben sei. Woher er die Info hatte weiß ich nicht mehr.
Ich weiß nicht, wo sie jetzt steht. Ich weiß nicht wieviel ich ihr bedeutet hatte, aber diese auf einmalige Distanzierung hat vermutlich nicht geholfen.
Soweit ich mich recht erinnere haben mich andere aus der Grundschule kontaktiert und nach mir gefragt. Ich habe viele von ihnen nie eine Antwort gegeben. Dazu fehlten mir die Sozialen Fähigkeiten.
Ich würde gerne wissen, wie es ihr jetzt geht. Ob es ihr gut geht. Ob das, was mir über ihre Mutter gesagt wurde, stimmt. Ich würde mich gerne Entschuldigen.
Aber ich glaube nicht, dass ich das sollte. Noch nicht.

★ Weiterführende Schule ★
Wie schon erwähnt wurden ab hier meine Einträge geringer und geringer. Ich berichtete immer nur hin und wieder über den aktuellen Stand meines Lebens. Corona hinterließ ein großes Loch, viel größer als ich es mir hätte vorstellen können.
Zwischen den 24.12.2020 und 10.5.2021 schrieb ich nichts. Danach veränderte sich meine Schreib-/Sprechweise, so wie meine Schriftart deutlich.
In dieser Zeit war ich ebenfalls in meiner zweiten Beziehung. Darüber kann ich aber nicht viel sagen. Wirklich verliebt schien ich nicht, und nach ein paar Monaten war das dann auch vorbei. Geschrieben hatte ich, dass sie mich stalken würde, und solche weiterer solcher Dinge.
Ob das damals übertrieben von mir war, weiß ich nicht. Vielleicht war sie einfach nur ein gutes Stück in mich verliebt.
In der Mitte von 2021 rede ich darüber, wie ich mein Image verbessern will und wie ich mich als ein Außenseiter fühle, besonders im Vergleich zu den anderen und den Freund, der mit mir auf die Schule kam.
Am Ende von 2021 ging es weiter in diese Richtung. Ich schrieb darüber, dass ich meine Persönlichkeit verändern will und mein Gehirn eine „riesige Baustelle“ ist. Ich schreibe ebenfalls, dass das Mädchen aus meiner ersten Beziehung mir ein „alles wird gut“ Gefühl gegeben hat, und ich seither mit Angst und Hilfslosigkeit geplagt bin.
Ich sehe ebenfalls ein, dass diese „Exestenzkriese“ (so von mir früher beschrieben) unangepasst ist für einen 11 Jährigen, und ich mir vermutlich nur Dinge einbilde.
Auch sage ich, dass ich gerne mein eigendes Zimmer hätte und mehr Selbstständig sein würde, etwas was ich heutzutage genau so immer noch denke und will.
Hier ist ein Zitat von mir aus dieser Zeit (Ich hatte darüber gerdet, dass andere in Beziehungen gehen): „Mir reicht meine Vorstellungskraft. Wow. Ja ich bin eigenartig. Vielleicht schlecht ich selbst zu sein. Egal. Einfach egal.“
Danach, ein großer Sprung zum Ende von 2022. Ich denke über Liebe nach und wie ich danach strebe. Erneut frage ich mich, ob das für mein Alter angemessen ist. Ich sage, dass ich gelernt habe „Vernünftig über Dinge nachzudenken und zu sprechen“, vermutlich weil ich ab diesen Punkt weiß, wie man sich mit anderen sozial-auseinanderzusetzen hat.
Ebenfalls sag ich, dass ich das höchste Selbstvertrauen habe, was ein 12-Jähriger nur haben kann. Ich erinnere mich, das meine Großtante mich angespurnt hat besonders zu sein, so wie ich bin. Sie hat mir sehr viel bedeutet.
Ich war aber auch genervt, immer für andere da sein zu müssen. Früher war ich viel hilfsbereiter und offener als jetzt. Ich glaube hier war der Punkt, an den ich mich viel veränderte.
Hier ein weiters Zitat von mir: „Uff. Das Leben ist komisch, anstrengent und aufregend. Irgendwann kommt der süße Tod und erlöst uns.“
In der Mitte von 2023 hinterfrage ich das bestehen meiner Freundesgruppe, und theoresiere einen Zerfall zwischen mir und meinen Freunden, aufgrund der Distanzierung von meinem besten Freund und mir zu den anderen beiden Leuten aus der Gruppe. Wie sich herrausstellt war das offentsichtlich falsch, die gleiche Freundesgruppe habe ich imemrnoch, nur mit mehr Leuten.
Ebenfalls habe ich etwas zuvor meinen IQ-Test gemacht, ein Ereignis das mein Leben für die Zukunft leider für immer verändern würde.
Mein letzter Eintrag ist zum Ende von 2024 hin. In der 9ten Klasse. Ich bin erstaunt das ich zu der Zeit nocheinmal zurückgegangen bin, um diesen letzten Eintrag zu schreiben. Es ist eine Zeit (mit der 8ten Klasse) von der ich wenig in Erinnerung trage.
Ich beschreibe hier verschiedene Dinge. Meinen Schmerz aus Eintrag #2; meine neue Klasse in der ich mich sehr unwohl fühle; dass ich meinen besten Freund aus dem gleichen Loch geholfen hatte, in das ich selber gefallen bin und meine neue Freundesgruppe.
Seither hat sich nicht viel verändert. Dieser Eintrag endete mit einem „Ich schreib hoffentlich morgen weiter. Gute Nacht!“ und war der letzte meiner alten Tagebucheinträge.

★ Erkenntnise ★
Ich denke seit langem, dass dieses Loch in meinem Kopf durch die Ereignisse in Eintrag #2 entstanden sind. Ich zeige aber offentsichtlich Anzeichen dafür, schon lange bevor genanntes passiert ist.
Es bleibt mir aber eine Frage ungelöst. Ich habe die Frage damit beantwortet, es einfach auf diesen Herzschmerz zu schieben. Jetzt bleibt sie wieder offen:
Warum bin ich so geworden?
Also, was mit mir passiert ist, um hier zu landen. Ich war ja anscheinend schon in einem Loch zuvor, dadurch ließ ich überhaupt zu das ich so weit hinein fallen konnte. Aufgrund meines besten Freundes wusste ich genau wie so etwas abläuft. Trotzdem bin ich drauf reingefallen.
Nach meinem Tagebuch fing alles schon nach meiner zweiten Beziehung an. Ich weiß aber nicht, was mit mir passiert ist. Ich wurde bitter, schon so früh.
Was ich in ein paar der Einträgen sehe, ist Hass. Eine art Modus von mir, in den ich manchmal verfalle. Ich bin mir unsicher ob es das gleiche ist, was man in Eintrag #5 lesen kann, parallelen erkenne ich aber trotzdem.
Das traurige an all dem ist jedoch, dass ich keine Ahnung habe warum das alles passiert ist. Wie ich so werden konnte. Deswegen die Ausrede. Um eine unmöglich zu beantwortende Frage zu beantworten.
Ich glaube, dass ich einfach so bin. Geschaffen, um so zu sein. Es ist ein Teil meiner Persönlichkeit. Ich beschreibe diese Eigenschaften von mir hier auf Stargazer oft als eine Art „Gift“. Ein Loch in das man fällt und sich daraufhin verliert. Aber scheinbar bin ich einfach so. Es ist etwas, dass ein Teil von mir ist, genauso wie beispielsweise meine Augenfarbe es auch ist.
Will ich das akzeptieren? Nein. Natürlich nicht. Wer will sein ganzes Leben lang mit Hass im Herzen leben. Aber zumindest zeigen mir diese alten Tagebuch-Einträge, dass ich schon lange genauso war, wie ich es jetzt auch bin. Egal was passiert ist. Egal was passieren wird.
Bittersüß zu wissen, dass ich mein altes ich auf der Reise doch nicht ganz verloren habe.
★ Abschließende Gedanken
Es war mal interessant in meine Vergangenheit zu blicken. Mir wieder in Erinnerung zu wecken, wie ich mal war und wie ich zudem geworden bin, der ich jetzt bin.
Ich kann zu diesen Eintrag nicht wirklich eine Message ziehen, oder etwas woraus man lernen könnte. Jedoch hoffe ich trotzdem, dass es mal interessant war über die ferne Vergangenheit zu sprechen.
Entschuldigung das so lange nichts von mir hier kam. Ich arbeite seit langem schon an einen Eintrag, der mir immer und immer wieder nicht vollständig gefällt. Also mache ich erstmal Pause und schreibe über etwas leichtere Themen. Irgendwann wird er aber kommen! Hoffentlich.
Bis bald!
~ Dean
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